BERICHTE VON BETROFFENEN

 „So war es bei mir…“ Wie Alles anfing

„Anfangs kam sie täglich. Wir waren sehr verliebt. Silvia war die Liebe meines Lebens, und wird es wohl auch immer bleiben. Obwohl sie seit 5 Jahren tot ist.
Kennengelernt haben wir uns in einem Bistro in Frankfurt. Sie war Kellnerin und ich Stammkunde, wobei ich damals weniger dem Alkoholkonsum frönte, sondern eher meinem alltäglichen Hungergefühl, wenn es zur täglichen Pause läutete. Mein Büro war nur wenige Meter von ihrem Laden entfernt. Wie gesagt, Alkohol war damals noch kein grosses Thema. Schon garnicht während der Arbeitszeiten. Mal ein kleines Bier zum Mittagstisch, ja. Aber das war nicht die Regel.

Eines Tages kamen wir ins Gespräch. Ich hatte etwas bestellt, dummerweise aber meine Geldbörse im Büro vergessen. Wir trafen uns also nach Feierabend und ich beglich meine Zeche. Anschliessend gingen wir schick essen. Zum Dinner gab es Rotwein. Der tat uns gut und lockerte die Zunge. Denn eigentlich bin ich eher schüchtern. Auch die Wochen darauf war mir der Rote sehr hilfreich, wenn es darum ging, Mut zu fassen. Ich brauchte immer einen ‚guten Schluck‘, um frei sprechen zu können.

Bald darauf kamen wir zusammen. Was wir für Pläne hatten…Familie, Kinder, Haus. Wir hatten eine wirklich wundervolle Zeit miteinander. Lachten viel und verbrachten 2 wunderschöne, unvergessliche Jahre miteinander. Sie hat mein Leben verändert und ich bin dem lieben Gott dankbar für jede Stunde, die ich mit ihr verbringen durfte. Auch wenn er sie mir auf so schreckliche Weise wieder fortnahm…und mein Leben völlig durcheinander brachte. “

Ich fand sie regungslos im Bad

„Ich kam von der Arbeit. Silvia hatte ihren freien Tag gehabt und wollte eigentlich Vorbereitungen für eine kleine Party treffen. Ich fand sie regungslos im Bad, sie war ganz kalt. Sofort rief ich den Notarzt, der nur noch den Tod feststellen konnte. Silvia hatte einen Schlaganfall erlitten. Aufgrund einer Epelepsie kam es bei ihr immer häufiger zu Komplikationen und schliesslich zum Anfall, der während meiner Abwesenheit geschah.“

Selbstvorwürfe und Trauer trieben mich in die Fänge des Alkohols

„Der Arzt sagte mir später, dass sie bereits Stunden tot war, bevor ich sie fand. Bis heute bin ich nicht über ihren Tod hinweg. Ich suchte Trost im Alkohol, um Selbstvorwürfe und Trauer zu vergessen. Rotwein sollte mein Sanitäter in der Not sein. Doch es gelang nicht. Der Alkohol machte alles viel, viel schlimmer. Oft weinte ich im Rausch, ich dachte an Selbstmord. Eine depressive Phase jagte die andere. Ich trank weiter, 2 Flaschen täglich. Anfangs nur zuHause und nach Feierabend. Heute weiss ich, dass ich mir schon zu diesem Zeitpunkt hätte psychologische Unterstützung suchen müssen.

Zum Frühstück gab es Cognac und Rotwein

„Ich begann immer öfter den Tag mit Rotwein. Ich wollte vergessen. Um meinen Rausch zu verstärken, mischte ich fortan Cognac mit Rotwein. Das Schlimme: Es schmeckte mir auch noch. Immer öfter kam ich mit Fahne ins Büro. Ich habe Trost gesucht, der Alkohol gaukelte mir selbigen gekonnt vor. Doch ich will die Schuld nicht von mir weisen. Es dauerte nicht lange, bis mich mein Vorgesetzter schlafend am Schreibtisch fand. Total besoffen.“

Kündigung und der totale Absturz

„Ich erhielt die fristlose Kündigung. Das war mein Ende. Jedenfalls schien es so. Kurz darauf zog ich zurück zu meiner Mutter, weil ich kein Geld mehr hatte, um meine Miete zu bezahlen. Rechnungen konnte ich nicht mehr begleichen. Ich geriet in den Schuldensumpf. Mir fehlten einfach nur noch klare Gedanken. Doch statt meinen Fehler zu erkennen, trank ich weiter, noch mehr, noch mehr. Nach dem ersten Schluck verspürte ich eine immer grösser werdende Gier nach noch mehr Fusel. Es war furchtbar. Am Ende trank ich 5 Flaschen Rotwein täglich, gemischt mit Cognac. Ich war psychisch und physisch ‚tot‘. Im Zustand meines Rausches litt ich auch immer öfter an Krampfanfällen und Halluzinationen. Ich bekam Angst. Grosse Angst.

Fast wäre ich wie Silvia, meine grosse Liebe, gestorben. Meine Mutter fand mich regungslos am Boden. Ich lag in meinem eigenen Erbrochenen. Fast wäre ich erstickt. Der totale Zusammenbruch, Absturz. Klinik. Der Arzt sagte: ‚Leben oder Tod. Was wollen sie?‘ Nach der Entgiftung kam ich zur Therapie. Es war schwer für mich. Auch die Krämpfe waren sehr schmerzhaft. Doch ich nahm den Rat des Therapeuten an und konnte diesen für mich und mein weiteres Leben verinnerlichen: Selbstdisziplin. Die Selbstdisziplin, dem Teufel Alkohol ein für allemal ‚Lebewohl‘ sagen zu können, ja zu müssen. Ich begriff, dass ich sterben würde, wenn ich es nicht tat.

6 Gedanken zu “BERICHTE VON BETROFFENEN

  1. Johnc793 schreibt:

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